Das Kundenmagazin der Stadtwerke Tübingen

WIE EIN ENTSTEHT Der Windpark Hohfleck in Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen wird der erste der Stadtwerke Tübingen in der näheren Umgebung. Fünf Windkraftanlagen sollen hier Ökostrom für mehr als 9.000 Vier-Personen- Haushalte erzeugen. 2022 waren die swt in das seit 2011 geplante Projekt eingestiegen, wurden dann alleiniger Eigentümer. Inzwischen wachsen die Türme über die Baumwipfel. Mitte November konnten Gemeinderätinnen und -räte aus Tübingen und Sonnenbühl den Baufortschritt besichtigen. Die Gemeinde Sonnenbühl profitiert künftig von Pacht und Gewerbesteuer und wird an Stromerträgen beteiligt. Über Genossenschaften wird auch den Sonnenbühler Einwohnerinnen und Einwohnern eine Beteiligung ermöglicht. EIN GIGANT AUF REISEN Die Anlieferung der Rotorblätter im September und Oktober sorgte für einiges Aufsehen auf der Schwäbischen Alb: Viele Schaulustige säumten den Weg in Münsingen und Engstingen. Die Dimensionen sind mit 74 Metern Länge gewaltig, ebenso die für den Spezialtransport notwendige Logistik. Da müssen Straßen gesperrt und Kreisverkehre gesichert werden, der Verkehr umgeleitet, teils sogar Schilder abgebaut und Ampelanlagen aus dem Weg gedreht werden. Produziert in Dänemark, kamen die Rotorblätter per Sattelschlepper über die Autobahn nach Merklingen. Die letzten 30 Kilometer übernahm ein „SPMT“ (self propelled modular transporter), auch Selbstfahrer genannt. Das Rotorblatt liegt nicht, sondern wird in eine Halterung geschraubt, die beweglich ist und das Blatt während der Fahrt drehen, anheben und absenken kann. Ein speziell ausgebildeter Fachmann begleitet das Gefährt zu Fuß und steuert die Ausrichtung zentimetergenau. So lassen sich auch enge Kurven, schmale Ortsdurchfahrten, tiefe Oberleitungen und Brücken meistern. Sind alle Teile vor Ort, braucht der Hersteller Vestas jeweils nur vier Tage, um ein Windrad aufzustellen. Schließlich müssen noch ein Umspannwerk errichtet und Kabel verlegt werden. Ende des Jahres soll der Windpark ans Netz gehen. EIN ENERGIEWENDE-PROJEKT NIMMT GESTALT AN: IN SONNENBÜHL ERRICHTEN DIE STADTWERKE TÜBINGEN EINEN WINDPARK. ER SOLL DAZU BEITRAGEN, DIE ABHÄNGIGKEIT VON FOSSILEN BRENNSTOFFEN UND ÜBERREGIONALEN STROM-IMPORTEN ZU VERRINGERN. DIE SPEZIALTRANSPORTE DAFÜR HABEN AUFSEHEN ERREGT UND WURDEN MIT EINER KAMERA-DROHNE DOKUMENTIERT.

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